USA-Reise der Trachtenkapelle Brandenberg vom 25.8. - 8.9.1994

Nach umfangreichen Vorarbeiten, wie Reiseorganisation, Gesangsproben, Tanzproben, Sonderproben, Herstellen von Gastgeschenken, Cassettenaufnahmen, Fototerminen und dem Zimmern der großen Transportkisten, war es dann endlich soweit.

Am Donnerstag, dem 25.8.1994, bestiegen wir um 8 Uhr den Reisebus nach Zürich, um unser großes Abenteuer zu beginnen. Nach dem Check-in blieb uns noch genügend Zeit, um den Flughafenbetrieb oder die "Cockpit-Bar" zu bewundern. Um 13 Uhr startete unser Swissair-Jumbo, der nach 8,5 Stunden auf dem Kennedy-Airport in New York landete (Ortszeit 15.30 Uhr). Tommy brachte uns mit dem Charterbus dann nach Hartford im Bundesstaat Connecticut, wo wir gegen 20 Uhr vom Sängerbund sehr herzlich begrüßt wurden. Ziemlich ausgehungert stürzten wir uns auf das hervorragende kalte Büffet, tranken einige Biere und verließen dann mit unseren Gastgebern das Vereinslokal, um die teilweise recht weit verstreuten Quartiere zu beziehen. Inzwischen waren wir bereits rund 24 Stunden auf den Beinen und sanken ermüdet in die Betten.
Am 26.8. stand eine Stadtbesichtigung von Hartford auf dem Programm. Im dortigen Capitol wurden wir von Senator Günther empfangen. Mittagessen gab es in einem polnischen Club. Am Abend hatten wir einen kurzen musikalischen Auftritt im Clubhaus, praktisch eine Kostprobe für die Mitglieder des Sängerbundes.

Den 27.8. begannen die meisten von uns mit einem kurzen Einkaufsbummel in riesige "Malls", das sind Einkaufszentren mit bis zu hundert Einzelgeschäften. Am Nachmittag mussten wir die Vorbereitungen für unseren Auftritt treffen. Die Bühne in dem großen Zelt war leider ziemlich klein, es wurde recht eng. Ab 16 Uhr war dann Stimmung angesagt. Das "German Beerfest" war eröffnet. Beim Einmarsch lief sogar ein "Münchner Kindl" mit, angezapft wurde von Senatoren. Es herrschte ein riesiger Andrang und wir spielten bis 23 Uhr. Trotz Erschöpfung fanden wir noch etwas Zeit für einen Ausklang im Clubhaus.

Den Sonntagvormittag (28.8.) gestaltete jeder gemeinsam mit seiner Gastfamilie. Dann rief uns die Pflicht wieder ins Festzelt, wo wir von 14 - 20 Uhr spielten. Auch zwei private Fernsehsender waren anwesend. Rund 5000 Besucher konnten an beiden Tagen verzeichnet werden. Unsere Gastgeber waren mit uns sehr zufrieden. Nach dem Auftritt musste unsere gesamte Ausrüstung wieder in die Kisten verpackt werden.

Den Montag (29.8.) verbrachten wir fast ausschließlich im Bus, der uns zu den Niagarafällen brachte. Die ziemlich eintönige Fahrt über die Highways nutzten viele, um etwas Schlaf nachzuholen. Hanspeter, unser Reiseleiter, hatte dafür Verständnis und unterbrach die Ruhe nur ganz selten. Nach zollfreiem Einkauf an der canadischen Grenze, erreichten wir das "Days Inn Hotel" in Niagara. Abends konnten die beleuchteten Wasserfälle bewundert werden.

Am 30.8. fuhren wir mit unserem Bus nach Toronto, um diese imponierende Stadt zu besichtigen. Da die offizielle Rundfahrt sehr lange dauerte, blieb leider nur wenig Zeit für eigene Aktivitäten. Zum Abschluss fuhren wir auf den "CN-Tower", den mit seinen 553 m Höhe höchsten Turm der Welt. Hier gab es als besonderen Gag einen Fußboden aus Glas, was teilweise merkwürdige Gefühle hervorrief.
Der 31.8. war wieder ein Reisetag. Quer durchs Land fuhren wir nach Washington DC. Als standesgemäßes Quartier bezogen wir hier das "Hilton Hotel". Der Donnerstag (1.9.) hatte viele Sehenswürdigkeiten zu bieten: Weißes Haus, Lincoln Memorial, Vietnam-Gedenk-stätte, Kennedy-Center, Capitol, Smithsonian Museum (Luft-und Raumfahrt). Den Abend nutzten die meisten für einen Einkaufsbummel in Georgetown.

Der 2.9. brachte uns zu unserem zweiten Auftrittsort nach Warren im Staat New Jersey. Unterwegs besuchten wir in Lancaster die "Amish-People". Die Mennoniten, Angehörige einer reformatorische Sekte, leben heute noch auf ihren großen Farmen teilweise wie im vorindustriellen Zeitalter. Sie verzichten auf Elektrizität und fließendes Wasser im Haus und gelten als die besten Bauern Amerikas. Bei der Weiterfahrt nach Warren war die Skyline von Manhattan sehr gut zu sehen.

Am 3.9. gab es auf der "Schwäbischen Alb", so heißt das Festgelände hier, viel Arbeit. Bühnenaufbau, Abstimmung der Anlage, Tanzprobe und Kartoffelschälen standen auf dem Programm. Mittag und Abend waren für Aktivitäten der Gastgeber freigehalten.

 

Sonntag, 4.9., „Cannstatter Volksfest“ auf der Schwäbischen Alb. Das bedeutete für uns Auftritt von 11.30 Uhr - 20 Uhr mit kurzen Unterbrechungen durch einige Reden und einen Chor. Abends gemeinsamer Hock im Restaurant, der ab 21.30 Uhr von den Gastgebern "abgewürgt" wurde.
Der 5.9. war "Labourday", also Feiertag in Amerika. Unser Auftritt dauerte wieder etwa 8 Stunden. Die Leute gingen begeistert mit, tanzten und sangen. An beiden Tagen waren es wieder fast 5000 Menschen. Wir tauschten Gastgeschenke aus und verpackten mit etwas Wehmut zum letzten Mal unsere Kisten.

 


Am 6.9. eroberten wir New York. Gleich am Vormittag führte uns eine Stadtrundfahrt durch die beeindruckenden Straßenschluchten von Manhattan. Besonderes Erlebnis für Busfahrer Tommy : Am Rockefeller-Center erhielt er erst einen Strafzettel für falsches Parken, dann gab sein Bus auch noch den Geist auf und musste ausgetauscht werden. Inzwischen besichtigten wir das UN-Gebäude. Am Nachmittag begleitete Peter Vasiliere uns auf das "World-Trade-Center", wo wir vom 107. Stockwerk aus in 412 m Höhe einen herrlichen Rundblick genießen konnten. Nach einem abendlichen Rundgang über den Broadway trafen sich fast alle auf einem Zimmer zu einer Abschiedsparty.

Am 7.9. machten wir mit dem Schiff eine kleine Rundfahrt zur Freiheitsstatue und erfuhren Wissenswertes über Manhattan. Mittagessen und ein letztes Shopping gab es in der 33. Straße. Um 15.30 Uhr traten wir die Fahrt zum JFK-Airport an. Nach dem Einchecken hieß es jetzt nur noch "Warten". Die letzten Dollars wurden zusammengekratzt und ausgegeben.

Unser Rückflug dauerte nur 6 Std. 20min. Um 9.10 landeten wir in Zürich. In Brandenberg war man von unserer frühen Ankunft überrascht.